Kaufberatung: Welches Objektiv für was verwenden?

Tele oder Weitwinkel, das ist die grundsätzliche Frage. Und die lässt sich noch relativ einfach beantworten. Es gibt aber noch viele weitere Fotoobjektive, wo die Antwort gerade für Anfänger der Fotografie (Link LP „Fotografie lernen“) nicht so klar auf der Hand liegt. Wir stellen die unterschiedlichen Objektivtypen vor, erklären Begriffe wie Brennweitenbereich sowie Lichtstärke und geben Tipps, welches Objektiv für welchen Zweck geeignet ist. So gestalten sich der Objektivkauf und der Griff zum passenden Modell für die jeweilige Aufnahmesituation ganz einfach.

Was ist ein Kameraobjektiv und wie funktioniert es?

Das Objektiv ist die Optik der Kamera und vom Funktionsprinzip her mit der Linse im menschlichen Auge zu vergleichen – allerdings sind im Objektiv mehrere Linsen verbaut. Im Objektiv wird das Licht gebündelt und auf den Sensor geworfen, dabei wird ein Abbild des Motivs erzeugt. Durch Verstellen der Blende wird die Öffnung vergrößert oder verkleinert und so der Lichteinfall gesteuert. Eine hohe Blendenzahl f steht für eine fast geschlossene Blende, die Tiefenschärfe nimmt dadurch zu.

Was bedeutet Brennweite beim Objektiv?

Die in mm angegebene Brennweite ist der Abstand zwischen dem Bildsensor und der Objektiv-Hauptebene: Je größer sie ist, desto enger wird der Bildwinkel bzw. Bildausschnitt – der Vergrößerungsfaktor nimmt also zu. Bei Wechselobjektiven wird die Brennweite auf das analoge Kleinbildformat 36 x 24 mm umgerechnet, sodass ein Vergleich von Objektiven möglich ist, obwohl sich die Sensorgrößen der Kameras unterscheiden. Die Normalbrennweite von ca. 50 mm ist am ehesten mit der Wahrnehmung des menschlichen Auges vergleichbar.

Welche Arten von Objektiven gibt es?

Je nach Bildwinkel werden Normalobjektive mit Festbrennweite, Weitwinkelobjektive und Teleobjektive unterschieden. Bei Zoomobjektiven lassen sich verschiedene Brennweiten einstellen, z. B. 24 bis 85 mm oder 70 bis 300 mm. Bei einem Objektiv mit Weitwinkel beträgt die Brennweite etwa 28 bis 35 mm, der Bildwinkel bis zu 80 Grad. Ein Teleobjektiv hat mindestens 135 mm Brennweite und holt so auch weit entfernte Objekte nah heran. Die gegenteilige Funktion haben Makroobjektive: Sie können Details mit 50 oder 100 mm Brennweite im Maßstab 1:1 abbilden und sind für Nahaufnahmen ideal.

 

Welches Objektiv ist das richtige für Einsteiger?

Die Objektivauswahl sollte sich nach Ihren fotografischen Ambitionen richten. Für Einsteiger sind Normalobjektive mit 50-mm-Brennweite eine gute Wahl: Sie sind vielfältig für verschiedene Fotolocations einsetzbar und schulen den fotografischen Blick. Auch ist die Lichtstärke eines solchen Objektivs schon für wenig Geld oft recht hoch: Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen gelingen so einfacher. Ein verstellbares Fotoobjektiv bzw. Tele- oder Weitwinkelobjektive können Sie später immer noch dazukaufen.

Objektive für spezielle Aufnahmesituationen

Fortgeschrittene brauchen gegebenenfalls weitere Objektive, die ganz auf die bevorzugten Fotomotive zugeschnitten sind. So gibt es besonders lichtstarke Objektive für Portraitfotografie mit Festbrennweite zwischen 85 und 135 mm. Für Tier- und Sportfotografien sind Teleobjektive die richtige Wahl, um auch aus großer Entfernung detailreiche Bilder aufnehmen zu können. Wer vor allem Landschaften und Gebäude in ihrer ganzen Pracht einfangen möchte, greift zu einem Weitwinkelobjektiv. Fischaugenobjektive erlauben hier durch eine spezielle Linsenkrümmung Bildwinkel von bis zu 180 Grad.