Bildgestaltung in der Fotografie – die wichtigsten Tipps für Einsteiger

Ist die technische Basis gelegt, was mit unserer Ratgeberreihe "Fotografie lernen" einfach gelingt, geht es an die kreative Bildgestaltung. Ein schönes Motiv und den richtigen Bildausschnitt zu wählen, mit Perspektiven und Unschärfen zu spielen und sehenswerte Effekte mit Filtern zu erzielen, macht großen Spaß – wenn man weiß, worauf es hier grundsätzlich ankommt. Damit Sie beim Fotografieren mit Blitz, aus der Frosch- und Vogelperspektive oder gar unter Wasser tolle Ergebnisse erzielen, finden Sie hier die nützlichsten Tipps für die fotografische Bildgestaltung.

Der Bildausschnitt: Fokus auf das Hauptmotiv legen

Das A und O bei der Foto-Bildgestaltung ist es, ein Motiv in den Mittelpunkt zu stellen. Zu viele Bildelemente lassen das Foto unaufgeräumt wirken. Konzentrieren Sie sich lieber auf das Wesentliche und heben Sie es hervor. Das erreichen Sie, indem Sie beim Fotografieren den Goldenen Schnitt anwenden. Dabei legen Sie gedanklich oder per Zuschaltung an der Kamera ein Raster über den Bildausschnitt, das der Drittelregel folgt, also aus neun gleich großen Rechtecken besteht. Ihr Hauptmotiv setzen Sie nun an die Schnittpunkte bzw. Linien.

Bildkomposition mit Linien und Flächen

Für einen harmonischen Bildaufbau empfiehlt es sich außerdem, Linien gerade aufzunehmen. Achten Sie darauf, dass der Horizont oder die Kante eines Gebäudes nicht schief ist, wenn Sie den Auslöser betätigen. Fluchtlinien verleihen dem Foto räumliche Tiefe, vor allem, wenn sie mit der Leserichtung von links nach rechts verlaufen. Das gilt auch für große Flächen. Diese können Sie zudem nutzen, um den Blick auf das Hauptmotiv zu lenken. Ein weiter blauer Himmel als Hintergrund und die Möwe auf der Mauer im Vordergrund sind ein Beispiel für dieses Stilmittel.

Das Spiel mit der Perspektive

Welche Perspektive Sie einnehmen, hat erheblichen Einfluss auf die Bildaussage. Am einfachsten ist das Fotografieren auf Augenhöhe – dadurch fangen Sie das Motiv zentral und unverfälscht ein. Die Vogelperspektive eignet sich gut, um dem Bild einen übersichtsartigen Charakter zu verleihen. Mit der Froschperspektive erreichen Sie das Gegenteil und bringen das Motiv groß heraus. Positionieren Sie sich schräg zum Bildinhalt, spricht man von der Zweipunktperspektive. Sie kann vor allem beim Fotografieren von Gebäuden reizvoll sein.

 

Tiefenschärfe bzw. Schärfentiefe gestalterisch einsetzen

Fotografieren Sie den Hintergrund unscharf, arbeiten Sie mit einer geringen Schärfentiefe. Das erreichen Sie durch eine kleine Blendenöffnung, indem Sie eine hohe Blendenzahl wählen. Außerdem verstärkt sich die Tiefenschärfe, je weiter Sie vom Motiv entfernt sind. Mit dem Stilmittel lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Details im Bild, da der Rest durch die Unschärfe praktisch ausgeblendet wird. Sie können die Schärfentiefe auch nutzen, um dem Foto eine dreidimensionale Anmutung zu verleihen. Dafür nutzen Sie die Tiefenschärfe beim Fotografieren im Vorder- und Hintergrund, das Hauptmotiv dazwischen bleibt scharf.

Fotografieren ohne Blitz oder mit Aufhellung?

Der Einsatz von Blitzlicht kann effektiv dazu beitragen, das Hauptmotiv hervorzuheben und störende Schatten zu neutralisieren. Setzen Sie den Blitz nicht nur im Dunkeln, sondern vor allem auch bei Sonne, Gegenlicht oder seitlichem Licht ein: Sie werden überrascht sein, wie sehr sich die Belichtung und die Bildqualität verbessert. Das künstliche Licht kann in Kombination mit dem natürlichen Licht auch eine besondere Atmosphäre im Bild transportieren. Die sogenannte Lichtstimmung zu erzeugen, erfordert ein wenig Erfahrung. Probieren Sie den Blitz einfach in verschiedenen Situationen aus.

Fotografieren mit Filtern

Filter werden am Objektiv angebracht und ermöglichen so eine Vielzahl von Effekten. Sie können damit den Kontrast erhöhen, Farben intensivieren, Reflexionen von Wasserflächen oder spiegelnden Oberflächen minimieren oder einen kaleidoskopartigen Effekt erzielen. Beim Fotografieren unter Wasser kommen oft Rotfilter zum Einsatz, um den Verlust der Farbe im nassen Element wieder zu erhöhen und für farblich ausgeglichenere Aufnahmen zu sorgen. Die Fotografie mit Filtern ist ein weites Feld – probieren geht hier über studieren.