Belichtungszeit der Kamera richtig einstellen

Die Belichtungszeit ist in der Fotografie eine der wichtigsten Einstellungen, mit der Sie die Bildgestaltung beeinflussen können. Wenn Sie bei starkem Sonnenlicht fotografieren, bei Gegenlicht oder auch schlechten Lichtverhältnissen, erhält sie einen besonders hohen Stellenwert. Welche Einstellungen dann helfen, um gute Fotos zu machen und was die Belichtungszeit eigentlich genau ist, erfahren Sie in diesem Teil unserer Reihe zum Thema "Fotografie lernen".

Was ist die Belichtungszeit?

Unter der Belichtungszeit oder einfach Belichtung einer Kamera versteht man die Zeitspanne, in der am Gerät der Verschluss des Kameraobjektivs geöffnet ist und Licht auf den Bildsensor fällt. Sie wird deshalb auch als Verschlusszeit bezeichnet und in Sekunden und Sekundenbruchteilen angegeben – etwa 1/60 oder 15 Sekunden. Manche Geräte zeigen den Wert auch einfach als "60" oder 15'' an. Je länger die Belichtungszeit ist, desto heller wird das Bild. Welche Einstellung die beste ist, hängt also von der Lichtsituation ab.

Wofür ist die Belichtungszeit wichtig?

Zunächst einmal stellt die korrekte Verschlusszeit der Kamera zusammen mit der Blende und dem ISO-Wert für die Lichtempfindlichkeit sicher, dass ein Bild weder zu dunkel noch zu hell ist – in letzterem Fall wäre das Foto überbelichtet. Das kann beispielsweise beim Fotografieren in der prallen Sonne passieren, wenn die Belichtungszeit nicht kurz genug ist. Umgekehrt sind bei schummrigen Lichtverhältnissen lange Einstellungen erforderlich, um das Motiv gut sichtbar zu machen. Darüber hinaus ist die Verschlusszeit aber auch ein kreatives Mittel der Bildgestaltung in der Fotografie.

Bewegungsunschärfe erzeugen mit langer Foto-Belichtung

Bilder mit langer Belichtungszeit haben oft interessante Unschärfen. So lässt sich gut die Bewegungsdynamik von laufenden Menschen oder Fahrzeugen einfangen, wenn Sie etwa eine Sportveranstaltung oder den fließenden Verkehr fotografieren. Bei Naturaufnahmen können Sie auf diese Weise einen reißenden Fluss abbilden. Auch wer den Sternenhimmel fotografieren möchte, wählt bei der Verschlusszeit eine Langzeitbelichtung von mehreren Minuten. Dadurch kommt die Erdrotation im Bild zum Tragen und die Sterne wirken wie in Bewegung.

 

Motive "einfrieren" mit kurzer Belichtung

Während Fotos mit langer Belichtungszeit also dynamisch wirken, können Sie mit kurzen Verschlusszeiten den gegenteiligen Effekt erzielen und Bewegungen "einfrieren". So lässt sich zum Beispiel der Sprung in den Pool auf Kinderfotos festhalten, dass bei der Eintauchphase ins Wasser jeder Tropfen in der Luft hängend zu sehen ist. Für solche schnellen Vorgänge empfiehlt sich eine Verschlusszeit von etwa 1/1000, für langsamere Abläufe genügt 1/200 oder weniger.

 

Tipps für die Fotografie mit kreativer Belichtungszeit

Profis verwenden für das perfekte Foto einen Belichtungsmesser, um die Helligkeit des Motivs zu ermitteln und so die passende Einstellung von Verschlusszeit, Blendenöffnung und ISO-Wert zu berechnen. Als Einsteiger können Sie darauf verzichten. Achten Sie lieber darauf, dass die Kamera bei Fotos mit langer Belichtungszeit ruhig genug ist. In der Hand gehalten, kommt es schnell zu Verwacklungen, wenn das Gerät keinen Bildstabilisator hat: Verwenden Sie dann ein Stativ oder stellen Sie die Kamera ab.