Portraitfotos: Tipps für optimale Personenaufnahmen

Schöne Portraitfotos zu machen, gilt unter Fotografen als besonders anspruchsvolle Aufgabe. Mit einigen Tipps und Tricks ist ein Portraitfoto aber ganz einfach zu bewerkstelligen. Wir verraten Einsteigern, wie Sie die richtige Perspektive finden, die passenden Einstellungen an der Kamera vornehmen und die Gesichter authentisch in einer schönen Stimmung abbilden. So ist das Fotoshooting von Erfolg gekrönt und zaubert dem "Model" ein Lächeln auf die Lippen!

Geeignete Outdoor-Locations für die Portraitfotografie

Eigentlich ist hier nur eines wirklich wichtig: das Licht. Denn harte Schatten wirken auf Gesichtern störend. Folglich eignen sich die Morgen- und frühen Abendstunden am besten, um Personen draußen zu fotografieren. Zu den wichtigsten Tipps für die Outdoor-Portraitfotografie gehört deshalb, einen halbschattigen Platz zu wählen, der etwa von hohen Gebäuden erzeugt wird. Möchten Sie den diffusen, weichen Effekt von Gegenlicht nutzen, sollte der Hintergrund im Schatten liegen, damit das Bild nicht überbelichtet wird.

Innenräume: Lichtstimmung nutzen

Steht das Model für die Portraitfotografie in geschlossenen Räumen, können Sie entweder mit einem Reflektor für eine Ausleuchtung des Gesichts sorgen oder Sie nutzen nur das durchs Fenster einfallende Tageslicht. Als seitliche Lichtquelle erscheint es sehr weich und Sie brauchen keine unvorteilhaften Schattenwürfe zu befürchten. Achten Sie hier aber auf den Hintergrund: Weiße Wände reflektieren vielleicht zu viel Licht, dunkle liefern einen besseren Kontrast.

Einstellungen für die Portraitfotografie: Tipps für Blende & Co.

Für Gesichtsaufnahmen können Sie einfach die Festbrennweite nutzen, die mit kleiner Blendenzahl eine gute Lichtstärke besitzt. Die Offenblende sorgt auch dafür, dass der Hintergrund unscharf erscheint und das Model durch den Bokeh-Effekt klar im Fokus steht. Bei sehr kleinen Blendenwerten kann es allerdings sein, dass nicht das komplette Gesicht scharf ist. Erhöhen Sie den Wert in diesem Fall etwas. Die Belichtung stellen Sie innen eher länger ein, im Hellen kürzer. Draußen ist ein ISO-Wert von 100 oder 200 meist richtig, in Gebäuden von 400.

 

Die beste Perspektive für Portraitfotos

Neben den technischen Tipps, um gute Portraitfotos zu machen, gehört natürlich die Bildgestaltung zum Handwerk des Portraitfotografen. Die Perspektive ist dabei das A und O. Am besten eignet sich in der Regel die Normalperspektive, das heißt Sie fotografieren auf Augenhöhe – auch bei Kindern. Gehen Sie möglichst nah an die Person heran, schließlich soll das Gesicht mit allen Details gut erkennbar sein. Emotion vermitteln vor allem die Augen und der Mund, den Hinterkopf können Sie gegebenenfalls anschneiden.

 

Bildkomposition aus Gesicht und Hintergrund

Beim Hintergrund ist bei Portraitfotos immer Unschärfe im Spiel, das heißt aber nicht, dass gar nichts mehr erkennbar sein muss. Beziehen Sie den Hintergrund in die Bildkomposition ein, erscheint die Person im Vordergrund in einem Kontext – Sie erzählen gewissermaßen deren Geschichte. Naturliebhaber werden vor einem Wald als solche erkennbar, Stadtmenschen vor den Lichtern der Großstadt. Probieren Sie verschiedene Settings der Landschaftsfotografie aus.

 

Die Wünsche des Models sind entscheidend

Brennweite, Blende, Belichtung, ISO, Hintergrund: Alles passt aus Ihrer Sicht, aber Ihr "Motiv" ist irgendwie nicht glücklich mit der Aufnahme? Dann haben Sie einen der wichtigsten Tipps der Portraitfotografie vernachlässigt: Der Mensch als Model zählt. Jede Person weiß selbst am besten, in welchem Umfeld sie sich wohlfühlt und welche Ausdrücke sich natürlich anfühlen. Fragen Sie deshalb vor den Aufnahmen, wie die Person sich die Fotos vorstellt. Oder machen Sie ein paar Testbilder und lassen Sie die Favoriten auswählen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.