Nachts fotografieren: Einstellungen und Tipps für Aufnahmen bei Dunkelheit

Die Nachtfotografie stellt viele Hobbyfotografen vor Herausforderungen. Ob bei kompletter Dunkelheit der Sternenhimmel aufgenommen oder bei schummrigen Lichtverhältnissen ein Foto eingefangen werden soll, die richtige Belichtungszeit, Blende und Brennweite sind dafür erforderlich. Mit unserer kleinen Anleitung für die Nachtfotografie bekommen Sie auch unter schwierigen Bedingungen schöne Bilder hin.

Wichtigste Regel: Vergessen Sie das Blitzlicht!

Bei Dunkelheit muss Licht her – und deshalb schalten viele an der Kamera das Blitzlicht ein. Dieses häufige Missverständnis führt zu viel zu hellen Vordergründen, während der Hintergrund in der Nacht verschwindet. Vor allem Menschen sehen auf solchen Fotos äußerst unvorteilhaft aus. Bei Panoramaaufnahmen bringt das künstliche Licht durch die kurze Reichweite gar nichts. Schalten Sie also am besten immer den Blitz aus, wenn Sie Nachtfotos schießen.

Lichtstarke Objektive verwenden

Lässt das Kamera-Objektiv nur wenig Licht auf den Sensor fallen, sind gute Nachtaufnahmen kaum möglich – egal, ob Sie ein Smartphone oder eine Kamera verwenden. Checken Sie die Blendenwerte des Geräts. Je niedriger sich die Blendenzahl f einstellen lässt, desto lichtstärker ist das Objektiv. Gut geeignet für die Nachtfotografie sind Blenden von f/1.4 bis f/2.8. Ist noch genügend Licht vorhanden, etwa unter Straßenlaternen, können auch höhere Blendenzahlen bei entsprechender Belichtungszeit gute Aufnahmen ermöglichen.

Eine ruhige Kamerahaltung ist entscheidend

Eine stabile Kamera ist bei jeder Aufnahme wichtig, bei der Nachtfotografie aber besonders bedeutsam. Denn die langen Belichtungszeiten begünstigen Verwacklungen zusätzlich. Für wirklich gute Aufnahmen sollten Sie ein Stativ verwenden und einen Fernauslöser. Die Langzeitbelichtung, die Lichtspuren am Nachthimmel oder in der Großstadt so toll in Szene setzt, ist nur mit dieser Ausrüstung möglich. Dabei sind Stative mit Kugelkopf ideal.

Belichtung, ISO und Brennweite: automatisch vs. manuell

Für gelegentliche Schnappschüsse bei wenig Licht können Sie ruhig den Automatikmodus Ihrer Kamera verwenden. Die Bilder werden damit in der Regel ausreichend belichtet. Das Optimum holen Sie mit manuellen Einstellungen heraus. Tipp: Fokussieren Sie sich erst auf den gewünschten Bildausschnitt und nehmen Sie dann das Setting vor. Beginnen Sie mit einer Belichtungszeit von vier Sekunden sowie einem ISO-Wert von 100 und tasten Sie sich ggf. an die passenden Werte heran. Bei der Brennweite gilt: Für Panoramen sind 24 bis 85 mm empfehlenswert, Details arbeiten Sie mit hohen Brennweiten bis 400 mm gut heraus.

 

Nachts fotografieren wie die Profis

Berufsfotografen haben viele weitere Einstellungstricks in petto, um optimale Nachtaufnahmen zu erzeugen. Sie checken beispielsweise die Schärfe im Live-View-Modus der Kamera mit zehnfacher Vergrößerung und verwenden das Histogramm für die perfekte Belichtung. Auch der HDR-Modus kommt manchmal zum Einsatz. Möchten Sie diese Hilfsmittel nutzen, wenn Sie nachts fotografieren, können spezielle Tutorials zum Vertiefen des Wissens nützlich sein.